Das Hauptprogramm


08.04. 19.00 Uhr RGGU 

Gebäude 6, Korpus 7, 6. Etage, Ausstellungsraum (Выставочный зал) Miusskaja pl., 6

Kay Malcher

"Minnesang - Die Erfindung der Liebe in der Deutschen Dichtung um 1200"


Die Kultur des Mittelalters fasziniert mehr denn je. Liegt dies nun in ihrer völligen Andersartigkeit begründet? Oder vielleicht doch in der Tatsache, dass gerade dort essentielle Bestandteile unserer heutigen Kultur, die deutsche Sprache und verschiedene bis heute gültige soziale Konstruktionen, in statu nascendi zu beobachten sind? Das deutsche Hochmittelalter treibt um 1200 die erste literarische Blüte der deutschen Literaturgeschichte hervor. Träger dieses Beginnens von deutschsprachiger, weltlicher Literatur überhaupt ist der laikale Adel, der sich in Anlehnung an altfranzösische und provenzalische Vorbilder seine eigene Hofkultur schafft. Geprägt ist diese Kultur durch verfeinerte Sitten, Turnierwesen und Feste, was sich in hochartifiziellen Ritterromanen und einer umfänglichen Lyrikproduktion niedergeschlagen hat. Die zentralen Themen dieser Literatur sind der ritterliche Kampf und die höfische Liebe, die man in einer zivilisationsgeschichtlichen Perspektive als Kultivierungen von Gewalt und Eros begreifen kann. Dass die höfische Liebe, wie sie der Minnesang als zentrale lyrische Gattung der Zeit entfaltet, dabei etwas grundsätzlich anderes darstellt, als das, was wir heute landläufig unter Liebe verstehen, wird der Vortrag an einigen herausragenden literarischen Beispielen herausarbeiten. 

 

Nach der Veranstaltung wird zu einem kleinen Buffet geladen.

Anmeldungen bitte bis 01.04. unter:  

MoskauerTageDerDeutschenLyrik@gmail.com 

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Ankündigungsplakat Veranstaltung 08.04.2015 (RGGU) Kay Malcher: "Minnesang - Die Erfindung der Liebe in der Deutschen Dichtung um 1200"
08.04. Kay Malcher RGGU Minnesang - Die
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09.04. 19:00 Uhr RGGU

Gebäude 6, Korpus 7, 6. Etage, Ausstellungsraum (Выставочный зал) Miusskaja pl., 6

Ulrich Fröschle

"Das vergängliche Ich - Deutsche Lyrik im 18. Jh."


In der ‚Frühen Neuzeit‘ tritt der Mensch allmählich aus der Geborgenheit einer göttlichen Ordnung heraus. Dies erfährt er als Bereicherung und Gefährdung zugleich: Das Ich sucht und entdeckt sich selbst ebenso wie die Welt auf dem Wege der ‚Wissenschaft‘ und in der Dichtung. Wo liegt der Sinn des Lebens angesichts von Krieg, Seuche und Elend? Verdichtet das barocke Sonett diese Suche des ausgesetzten Ich und bindet dieses noch einmal an Gott, wähnen sich die folgenden Generationen in einer Zeit des Aufbruchs und Fortschritts. Hymnisch, trotzig und melancholisch formulieren die Dichter des 18. Jahrhunderts ein sich seines Ichs bewusstes Subjekt. Hier tritt der Autor als „kleiner Gott der Welt“ an, um Neues zu schöpfen, weiß dabei um die Vergänglichkeit allen Tuns und schreibt doch stets dagegen an. Der Vortrag will dieser Dialektik von Schöpfung und Vergänglichkeit am Beispiel einiger herausragender Gedichte vom Barock bis zum Ende des 18. Jahrhunderts nachgehen. Mit der Rezitation und Deutung dieser Gedichte soll gezeigt werden, wie sich eine Ästhetik der Innovation herausbilden und etablieren konnte, die – produktiv und destruktiv – bis heute wirksam geblieben ist.


Nach der Veranstaltung wird zu einem kleinen Buffet geladen.

Anmeldungen bitte bis 01.04. unter:  

MoskauerTageDerDeutschenLyrik@gmail.com 

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Ankündigungsplakat Veranstaltung 09.04. 2015 (RGGU) Ulrich Fröschle: "Das vergängliche Ich - Deutsche Lyrk im 18. Jh."
09.04. Ulrich Fröschle RGGU Das vergängl
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10.04. 19:00 Uhr Residenz der Deutschen Botschaft

ul. Powarskaja, 46

Dirk von Petersdorff

 "Das Lied von der Romantik bis zur Gegenwart"


Lieder sind Gedichte, die man singen kann. Was die Romantiker "Volkslied" nannten, lebt in der Gegenwart in der Popmusik weiter. Der Vortrag wird einen Bogen schlagen: Vom ironischen Romantiker Heinrich Heine über die 1920er-Jahre mit Bertolt Brecht und den Comedian Harmonists bis zur Gegenwartslyrik und zur jüngeren deutschen Popmusik (Tocotronic, Wir sind Helden). Wie ist ein Lied aufgebaut, muss es sich reimen, gibt es eine typisches Weltverhältnis des Lieds? Warum gibt es Blütezeiten des Lieds, und warum hat es in der hochkulturell-ernsthaften Lyrik der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nur wenig Platz gefunden?

 

Solche Fragen werden gestellt; die Lieder, um die es geht, werden vorgelesen und auch vorgespielt.  Am Ende werden einige Lieder aus den beiden letzten Gedichtbänden "Nimm den langen Weg nach Haus" (2010) und "Sirenenpop" (2014) vorgestellt und erklärt, warum auch die Gegenwart romantische Lieder braucht. 

 

Nach der Veranstaltung lädt die Botschaft zu einem kleinen Buffet ein.

 

Teilnahme nur möglich nach Anmeldung bis 19.03. unter 

MoskauerTageDerDeutschenLyrik@gmail.com 

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Ankündigungsplakat Veranstaltung 10.04.2015 (Residenz der Deutschen Botschaft) Dirk von Petersdorff: "Das Lied von der Romantik bis zur Gegenwart"
10.04. Dirk von Petersdorrf Residenz der
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